Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) erzeugt gleichzeitig Strom und Waerme – direkt im Eigenheim oder im Mehrfamilienhaus. Das Prinzip der Kraft-Waerme-Kopplung (KWK) ist nicht neu, aber technologisch ausgereifter und wirtschaftlicher als je zuvor. Fuer wen lohnt sich ein BHKW im Jahr 2026? Wir analysieren Kosten, Foerderung und die Frage, ob sich die Investition rechnet.

Wie funktioniert ein BHKW?

Ein BHKW ist im Kern ein Verbrennungsmotor, der einen Generator antreibt und dabei Strom produziert. Die Abwaerme des Motors wird ueber einen Waermetauscher ausgekoppelt und steht als Heizwaerme oder Warmwasser zur Verfuegung. Dadurch wird der eingesetzte Brennstoff (Erdgas, Fluessiggas oder Biogas) doppelt genutzt – der Gesamtwirkungsgrad erreicht 85-95 Prozent, gegenueber etwa 40-50 Prozent bei getrennter Erzeugung von Strom im Kraftwerk und Waerme im eigenen Kessel.

Fuer Einfamilienhaeuser kommen sogenannte Nano-BHKWs mit 0,5-2,5 kW elektrischer Leistung zum Einsatz. Sie decken die Grundlast an Waerme, ein Spitzenlastkessel (meist Gas-Brennwert) springt bei Bedarf zu.

BHKW-Typen im Vergleich

TypElektr. LeistungEinsatzbereichBrennstoffAnschaffungskosten
Nano-BHKW0,5 - 2,5 kWEinfamilienhausErdgas8.000 - 15.000 EUR
Mini-BHKW2,5 - 15 kWMehrfamilienhausErdgas15.000 - 30.000 EUR
Brennstoffzellen-BHKW0,5 - 1,5 kWEinfamilienhausErdgas/Wasserstoff20.000 - 35.000 EUR
Grosses BHKW15 - 500 kWGewerbe, WohnanlagenErdgas30.000 - 200.000 EUR

Die Einnahmen: Stromverkauf und KWK-Zuschlag

Ein BHKW erzielt drei Einnahmequellen:

  1. Eigenverbrauch des Stroms: Jede selbst verbrauchte kWh muss nicht fuer 35 ct eingekauft werden. Das ist die groesste Einnahmequelle.
  2. Einspeiseverguetung: Ueberschuessiger Strom wird ins Netz eingespeist. Die Verguetung betraegt derzeit etwa 4-8 ct pro kWh und variiert mit dem Boersenpreis.
  3. KWK-Zuschlag: Fuer den selbst genutzten Strom erhaelt der Betreiber einen KWK-Zuschlag von 4-8 ct pro kWh (je nach Leistungsklasse). Dieser wird fuer 10 volle Betriebsjahre gezahlt.

Wirtschaftlichkeitsberechnung: Beispiel Einfamilienhaus

Annahmen: Nano-BHKW mit 1 kW elektrischer und 2,5 kW thermischer Leistung. 5.500 Betriebsstunden pro Jahr. Erdgaspreis: 11 ct/kWh. Strombezugspreis: 35 ct/kWh:

PositionJaehrlicher Wert
Stromproduktion (5.500 kWh)5.500 kWh × 35 ct = 1.925 EUR (Eigenverbrauch)
Waermeproduktion (13.750 kWh)13.750 kWh × 11 ct = 1.513 EUR (ersetzt Gaskessel)
KWK-Zuschlag5.500 kWh × 6 ct = 330 EUR
Gesamtertragca. 3.768 EUR/Jahr
Brennstoffkosten (Gasverbrauch)22.000 kWh × 11 ct = 2.420 EUR
Wartungca. 400 EUR/Jahr
Netto-Einsparungca. 948 EUR/Jahr

Bei Investitionskosten von 12.000 Euro (minus KfW-Zuschuss 20% = 2.400 EUR, macht 9.600 EUR Nettoinvestition) amortisiert sich das BHKW nach etwa 10 Jahren.

Tipp: BHKWs lohnen sich nur, wenn sie viele Betriebsstunden erreichen. Der Waermebedarf muss das ganze Jahr ueber ausreichend hoch sein. In sehr gut gedaemmten Haeusern laufen BHKWs zu selten, um wirtschaftlich zu sein.

Foerderung fuer BHKWs 2026

Die Forderung erfolgt ueber drei Wege:

Wann lohnt sich ein BHKW nicht?