Die EEG-Umlage war ueber zwei Jahrzehnte der groesste Kostenblock auf der deutschen Stromrechnung. Sie finanzierte den Ausbau der erneuerbaren Energien. Seit 2023 wird die Umlage aus dem Bundeshaushalt gezahlt und faellt fuer Verbraucher nicht mehr an. Aber ist das dauerhaft so? Und was bedeutet die Reform fuer die Strompreise? Wir erklaeren die Hintergruende.

Was ist die EEG-Umlage und wie funktioniert(e) sie?

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wurde im Jahr 2000 eingefuehrt, um den Ausbau von Windkraft, Photovoltaik, Biomasse und anderen erneuerbaren Energien zu foerdern. Das Kernprinzip: Anlagenbetreiber erhalten eine feste Verguetung fuer den eingespeisten Strom – garantiert fuer 20 Jahre. Die Differenz zwischen der EEG-Verguetung und dem Boersenpreis wurde ueber die EEG-Umlage auf alle Stromverbraucher umgelegt (ausgenommen stromintensive Industrie).

Die Entwicklung der EEG-Umlage: Von 0 auf ueber 6 Cent

JahrEEG-Umlage (ct/kWh)Entwicklung
20000,20Einfuehrung des EEG
20102,05Erster starker Anstieg
20146,24Bisheriger Hoechststand
20186,79Zweiter Hoechststand
20206,76Leichter Rueckgang
20216,50Abschmelzung begonnen
20223,72Deutlich gesunken
20230,00Komplette Streichung
20240,00Finanzierung ueber Klimafonds

Wer zahlt die EEG-Umlage heute?

Seit dem 1. Januar 2023 wird die EEG-Umlage nicht mehr von den Stromverbrauchern getragen, sondern aus dem Bundeshaushalt – genauer: aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF). Der KTF wird unter anderem aus den Einnahmen des nationalen CO2-Preises gespeist, der seit 2021 auf fossile Brennstoffe erhoben wird.

Von der Streichung profitierten vor allem private Haushalte, die ueber die Jahre hunderte Euro EEG-Umlage gezahlt hatten. Bei einem Verbrauch von 4.000 kWh und der Hoechstumlage von 6,79 ct/kWh waren das jaehrlich ueber 270 Euro, die nun entfallen. Fuer die Industrie – insbesondere stromintensive Unternehmen mit Sonderregelungen – aenderte sich weniger.

Finanzieller Effekt auf den Strompreis

Die Streichung der EEG-Umlage hat den Strompreis fuer private Haushalte rechnerisch um rund 3,7 ct/kWh sinken lassen. Allerdings wurde dieser Effekt durch parallel steigende Netzengelte und Beschaffungskosten wieder aufgezehrt. Vereinfacht gesagt: Ohne die EEG-Umlage-Uebernahme waere der Strompreis 2023/2024 noch hoeher gewesen.

Beispielrechnung fuer einen 4-Personen-Haushalt (4.000 kWh/Jahr):

Kritik und Risiken der neuen Finanzierung

Die Uebernahme der EEG-Kosten in den Bundeshaushalt ist politisch umstritten. Kritiker warnen vor drei Risiken:

Fazit: Die Streichung der EEG-Umlage war eine spuerbare Entlastung fuer alle Stromkunden. Ob sie dauerhaft bleibt, haengt von der kuenftigen Haushaltspolitik ab.