Altbauten haben Charme, aber oft einen hohen Energieverbrauch. Ein unsaniertes Haus aus den 1960er oder 1970er Jahren verbraucht leicht das Dreifache an Heizenergie gegenueber einem modernen Neubau. Das muss nicht so bleiben. Mit gezielten Massnahmen laesst sich die Energieeffizienz deutlich steigern – und das oft guenstiger als ein Komplettabriss mit Neubau.
Bestandsaufnahme: Wo steht Ihr Altbau?
Bevor Sie Geld investieren, muessen Sie den Ist-Zustand kennen. Drei Fragen stehen am Anfang:
- Wieviel Energie verbraucht das Haus heute? Ermitteln Sie den Verbrauch der letzten drei Jahre. Teilen Sie den Jahresverbrauch (kWh) durch die Wohnflaeche (m²). Ein Wert ueber 200 kWh/m² deutet auf hohen Sanierungsbedarf.
- Wo geht die Waerme verloren? Eine Thermografie-Aufnahme zeigt die Waermebruecken. Hauptverlustquellen sind Dach (20-30%), Aussenwaende (20-25%), Fenster (15-20%) und Kellerdecke (10-15%).
- Was ist der bauliche Zustand? Feuchte Waende, undichte Fenster und fehlende Daemmung sind die groessten Probleme.
Massnahmen-Paket: Was bringt wieviel?
| Massnahme | Einsparung Heizenergie | Kosten (ca.) | Amortisation | Foerderung BEG |
|---|---|---|---|---|
| Dachdaemmung (oberste Geschossdecke) | 15-20% | 2.000 - 5.000 EUR | 3-5 Jahre | 15-20% Zuschuss |
| Kellerdeckendaemmung | 5-10% | 1.500 - 3.000 EUR | 2-4 Jahre | 15-20% Zuschuss |
| Fenstertausch (3-fach Verglasung) | 10-15% | 10.000 - 20.000 EUR | 15-25 Jahre | 15-20% Zuschuss |
| Aussenwanddaemmung (WDVS) | 15-25% | 15.000 - 30.000 EUR | 10-20 Jahre | 15-20% Zuschuss |
| Heizungstausch (Waermepumpe) | 20-30% | 12.000 - 18.000 EUR | 10-15 Jahre | 30-70% Zuschuss |
| Hydraulischer Abgleich | 10-15% | 500 - 800 EUR | 1-2 Jahre | 20% Zuschuss |
| Lueftung mit Waermerueckgewinnung | 15-20% | 5.000 - 10.000 EUR | 8-12 Jahre | 15-20% Zuschuss |
Die richtige Reihenfolge der Sanierung
Experten empfehlen folgende Reihenfolge, weil sie die hoechste Wirksamkeit hat:
- Hydraulischer Abgleich: Schnell, guenstig, sofortige Ersparnis. Die Basis fuer alle weiteren Schritte.
- Dachdaemmung: Weil warme Luft nach oben steigt, ist das Dach die groesste Verluststelle. Dazu gehoert auch die Daemmung der obersten Geschossdecke.
- Kellerdecke: Kalte Fussboeden im Erdgeschoss sind ein haeufiges Problem. Die Daemmung von unten ist einfach und effektiv.
- Fenster und Aussentueren: Erst dann die Aussenwanddaemmung angehen. Grund: Die Fenster muessen so eingebaut werden, dass sie mit der spaeteren Wanddaemmung abschliessen.
- Aussenwanddaemmung: Der teuerste Schritt, aber mit hohem Einsparpotenzial. Moeglich als Waermedaemmverbundsystem (WDVS) oder vorgehaengte Fassade.
- Heizungstausch: Erst wenn die Gebaeudehuelle verbessert ist, wird die neue Heizung richtig dimensioniert. Sonst ist sie ueberdimensioniert und arbeitet ineffizient.
Foerderung clever kombinieren
Die BEG-Foerderung belohnt ambitionierte Sanierungen. Wer mit einem Individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) alle Massnahmen ueber 10 Jahre umsetzt, kann bis zu 70% Foerderung auf die Gesamtsumme erhalten. Wichtig: Die Foerderung muss vor der Beauftragung beantragt werden.
Wichtig: Lassen Sie vor der Sanierung einen Energieberater kommen! Die Kostenlose Vor-Ort-Beratung der Verbraucherzentrale und der BAFA-geförderte iSFP zeigen Ihnen genau, welche Massnahmen sich in Ihrem konkreten Fall lohnen.
Denkmalgeschuetzte Altbauten
Bei denkmalgeschuetzten Haeusern sind viele Daemmmassnahmen an der Fassade nicht moeglich. Hier sind Innendaemmung, Dachdaemmung und innovative Fenstertechnik die Alternativen. Zusaetzlich gibt es spezielle steuerliche Abschreibungen fuer Denkmalimmobilien, die die Sanierungskosten senken.



